Lamana Nazca und stoffe.de

Seit ich nähe, also seit ziemlich genau einem Jahr, bin ich zufriedene Kundin bei stoffe.de. Ich mag die große Auswahl, die Stoffproben und die schnelle Lieferung. Und bisher war mein Blick immer nur auf das Stoffangebot und das Nähzubehör fixiert, bis mir stoffe.de diese tolle Kooperation anbot. Ja, es gibt dort auch Wolle :-)

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Mit Rellana, Schachenmayr, Rico und Lamana ist die Markenvielfalt nicht groß, dennoch bekommt man bei stoffe.de für die meisten Strick- und Häkelprojekte das passende Garn. Lamana hat mich in der Auswahl sofort angesprochen. Seit ich sie hier schon einmal zu einer Mütze verstrickt habe, bin ich begeistert von der Qualität und ich durfte mir die Lamana Nazca in einem tollen Dunkelblau aussuchen, die ich schon länger für eine Zopfmütze in der Auswahl hatte.

Lamana Nazca ist ein recht dickes Garn (Nadelstärke 7-8 mm) aus 40% Alpaka, 40% Schurwolle und 20% Polyamid. Es hat einen leicht seidigen Glanz und es ist minimal flauschig und fühlt sich herrlich weich an. Das Muster für die Mütze habe ich mir beim Stricken überlegt, denn ich finde, man muss immer erst sehen und fühlen, wie sich die Wolle beim Stricken verhält, um mehr oder weniger Zöpfe zu machen oder deren Größe anzupassen. Den Rand im Rippenmuster habe ich mit Nadelstärke 7 mm, den Rest der Mütze in Nadelstärke 8 mm gestrickt.

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Bei 60 Maschen im Anschlag passte das asymmetrische Zopfmuster über 10 Maschen perfekt, bei welchem ich die Richtung nach drei Zöpfen geändert habe. So ist eine wunderschöne, warme und weiche Mütze entstanden. Was noch sehr positiv ist: Die Wolle ist sehr anschmiegsam und kratzt kein bisschen. Mit zwei Knäuel Lamana Nazca (Lauflänge ist 50 Meter/50 Gramm) bekommt man eine lässige Mütze hin, die von toller Qualität ist und unter 10 Euro kostet. Das ist ein richtig gutes Preis-/Leistungsverhältnis. Bestellen könnt ihr sie hier in 23 verschiedenen Farben und natürlich gibt es auch alle anderen Sorten von Lamana. Die nächste Stoffbestellung um etwas schöne Wolle zu ergänzen ist nicht die schlechteste Idee! Bis zum 15. März gibt es zu jeder Lamana Bestellung das Lamana-Magazin mit Strickanleitungen kostenlos dazu.

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Die Wolle für diese Mütze wurde mir von stoffe.de zur Verfügung gestellt.
Vielen Dank dafür! Es war mir eine Freude!

Re-Jeans von Pascuali

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Eine vegane Wolle recycelt aus alten Jeans? Baumwolle habe ich bisher so gut wie gar nicht verstrickt, daher hörte sich die Anfrage von der Firma Pascuali aus Pulheim, ob ich das Garn Re-Jeans testen möchte, gleich doppelt interessant an. Und war zugleich eine Herausforderung für mich als bekennende „Weichwollestrickerin“.

Pascuali schreibt auf der Webseite dazu: „Dieses robuste Baumwollgarn wird aus recycelten Baumwollfasern hergestellt. Die Fasern stammen von gebrauchten Jeans, die Schritt für Schritt wieder bis zur Einzelfaser aufgelöst und gereinigt werden. Nach der Reinigung werden die Fasern neu gemischt und zu einem Strickgarn versponnen. Durch den Recyclingprozess erhält das Garn eine schöne rustikale und ansprechende Strukturierung. Es erinnert an Bouretteseide.“

Die Idee, ein Garn aus Denim herzustellen, dass aus gereinigten und geschredderten Jeanshosen besteht, finde ich genial. Es trifft den Zeitgeist. Dass alte Kleidung eine zweite Chance bekommt und man Dinge wiederverwertet, das passt auch in meine Vorstellung von einem nachhaltigen Leben. Daher gibt es hier schonmal ein großes Plus.

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Das Garn kommt eher robust daher und hat einen recht festen Griff. Es fühlt sich wirklich genau so an wie meine Jeans, die ich gerade trage. Schön, dass das Endprodukt seine Herkunft nicht leugnen kann. So habe ich mir vorgenommen, einen Schal daraus zu stricken. Einen Schal, den ich auch im Büro tragen kann, wo normale Wolle einfach zu warm ist. Ich selbst habe mich dann etwas schwer getan mit dem Muster für den Schal und musste erst einmal einige Versuche starten, weil mir nie etwas so richtig gefiel. Das liegt an meiner Unerfahrenheit mit Baumwollgarnen und weil ich nicht abschätzen konnte, wie welches Muster wirkt.

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Die Re-Jeans und ich haben uns aber am Ende gefunden und ich habe einen Loop-Schal angefangen, der aus einem simplen Loch- und Perlmuster besteht. Mit Nadelstärke 4,5 Millimeter geht es recht schnell voran und die Wolle strickt sich auch überraschend leicht und gut. Ich freue mich über das Experiment, mal etwas anderes als Merino, Schurwolle oder Alpaka zu verstricken. Das Wissen, eine vegane Wolle zu verarbeiten, die aus recycelter Kleidung besteht, gibt mir ein gutes Gefühl, auch wenn ich sonst ebenfalls versuche, auf die Herkunft der Garne zu achten. Paul Pascuali steht zudem persönlich dafür, dass die Produktion seiner Garne nach sozialen und ökologischen Gesichtpunkten einwandfrei erfolgt.

Mein Fazit: Einfach mal was Neues wagen ist eine gute Idee und dieses für mich neue, nachhaltig produzierte Garn macht mir nach einigen Anfangsschwierigkeiten viel Freude und ein gutes Strickgefühl dazu! Wer also auf kuschelweich verzichten kann und dafür ein robustes, aber kühles und veganes Garn sucht mit einem zudem sehr guten Preis, ist mit Re-Jeans von Pascuali bestens bedient.


Re-Jeans von Pascuali aus recycelter Baumwolle

  • Zusammensetzung: 100% Baumwolle
  • Lauflänge: 192m/100g
  • Empfohlene Nadelstärke: 4,5 – 5 mm
  • Empfohlene Maschenprobe: 28 Reihen und 20 Maschen auf 10 x 10 cm.
  • Das Garn wird im 100g-Knäuel geliefert.
  • Garnart: 4fädiger Zwirn
  • Preis: 7,49 Euro
  • Erhältlich in 10 Farben

Die 300g Wolle „Re-Jeans“ für das Projekt wurde mir von der Firma Pascuali zur Verfügung gestellt. Vielen Dank dafür! Meine Meinung ist und bleibt davon unabhängig.

Aus dem Bücherregal: Das geniale Schnellstrickerbuch

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Ganz frisch aus der Druckerei und passend zum Weihnachtsgeschäft erschienen ist „Das geniale Schnellstrickerbuch“ von Nina Schweisgut. Der Zeitpunkt und die Idee für das Buch passen also perfekt. Weihnachten rückt näher und ich gehöre zu den Menschen, die gerne ein Strickbuch zusammen mit etwas schöner Wolle verschenken, darum habe ich mir dieses Buch genauer angeschaut. Im Gegensatz zu den normalerweise themenbezogenen Büchern mit Mützen, Beanies und Sonstigem ist „Das geniale Schnellstrickerbuch“ etwas anders aufgebaut und zeigt eine abwechslungsreiche Bandbreite strickbarer Dinge. Ob Mode, Dekoration oder Accessoires, alle Anleitungen haben ein Motto: Schnell soll es gehen!

Schnell natürlich nicht, weil wir in der heutigen Zeit immer weniger derselbigen haben, sondern weil gerade Strickanfänger schnelle Erfolge sehen möchten (okay, wir Fortgeschrittenen natürlich auch!). Nicht an endlosen Strickprojekten zu verzweifeln, sondern mit dickem, weichem Garn schnell kleine Dinge zu fertigen ist die beste Motivation, sich auch weiterhin mit dem schönen Hobby Stricken zu beschäftigen und nicht gleich wieder die Nadeln in die nächste Ecke zu werfen. Nina Schweisgut erklärte dazu im Interview bei Sockshype: „Strickprojekte sollten in unseren Alltag passen und in einem Abend bis 4 Wochen zu schaffen sein, so dass man sich immer wieder gerne daran setzt. Alle Ideen sind einfach aufgebaut und leicht nachzustricken. Durch einen Kniff beim schließen der Nähte, durch ein ausgefallenes Material, Muster oder Farbenspiel werden sie besonders. Das ist mein Konzept.“

Für mich ist dieses Buch ein tolles Geschenk für motivierte, jüngere Strickanfängerinnen und -anfänger. Es gibt 40 schöne Ideen, die nachgearbeitet werden können und durch die Vielseitigkeit sollte hier wirklich jeder auf seine Kosten kommen, der sich mit Stricken beschäftigen möchte. Auch der Einstieg ins Buch „Ran an die Nadeln“ mit Basiswissen, Beschreibungen und Fotos ist gut aufgebaut und verständlich und bietet eine gute Starthilfe. Ebenso sind die folgenden Anleitungen einfach und klar und verweisen auch immer wieder auf die Techniken am Anfang des Buches. Unterteilt ist das Ganze in zwei Bereiche: „My Style“ mit Anleitungen für Mode und Accessoires und „My Life“ mit Strickideen rund ums Zuhause. Der kleine Wecker neben den Anleitungen weist zudem auf eine besonders schnell zu strickende Anleitung hin. Das Schnellstrickerbuch ist aber keineswegs nur auf Einsteiger ausgerichtet, wie Nina Schweisgut betont, sondern bietet allen Strickerinnen und Strickern viele Ideen und kreativen Input. Meine sechs persönlichen Favoriten habe ich als Bildergalerie zusammengestellt, so gibt es gleich noch einen weiteren kleinen Einblick in das Buch.

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Das geniale Schnellstricker-Buch – Nina Schweisgut
40 schöne Ideen für Dich und Dein Zuhause
Erschienen im BLV-Verlag (© Fotos BLV-Verlag)

  • 144 Seiten
  • 192 Farbfotos, 14 Zeichnungen, 19.3 x 24.6 cm,
  • Laminierter Pappband
  • ISBN: 978-3-8354-1288-0
  • 16,99 €

Aus dem Bücherregal: Beanies, Bohos & Co.

strickbuch beanies, bohos und co

Ganz neu in meinem Bücherregal ist das OZ creativ Buch „Beanies, Bohos und Co.“ von Sabine Abel, Elke Reith und Birgit Rath-Israel aus dem Christophorus-Verlag. Da ich Mützen sehr gerne stricke und Beanies dabei meine absoluten Favoriten sind, ist es genau das richtige für mich. Neben all den Anleitungen aus dem Internet blättere ich nämlich auch gerne noch in richtigen Büchern und Heften.

beanies, bohos und co Beispiele
Ein paar der tollen und lässigen Mützen aus dem Buch

Das Softcover-Buch beinhaltet 13 verschiedene Modelle, allesamt modern, lässig und in Übergröße. Keine der Mützen stellt einen vor unüberwindbare Hindernisse, die Anleitungen sind gut geschrieben und es ist für alle Geschmäcker etwas dabei, auch für Männer. Von Zopf- und Patentmustern, Lochmustern, Struktur- und Farbmustern, mit oder ohne Bommel, viele davon werden mit dicken Nadeln gestrickt und sind so auch noch zuck-zuck fertig.

Mir hat das Buch Spaß gemacht und den Beanie mit dem schönen, durchbrochenen Muster von Seite 36 habe ich gleich mal angenadelt. Mir gefallen, bis auf ein einziges, alle Modelle im Buch und das ist eine mehr als gute Ausbeute.

Beanies, Bohos und Co. ist, zusammen mit einer passenden Wolle, ein perfektes Geschenk oder Mitbringsel für Menschen, die gerne Stricken und natürlich kann man sich das Buch auch prima selbst schenken. Und der Preis passt auch: 8,99 Euro.

Beanies, Bohos & Co.: Oversize-Mützen stricken
Christophorus-Verlag, OZ creativ
Taschenbuch, ISBN 978-3841062901

Aus dem Bücherregal: Stricken – schön und leicht fürs Baby

Stricken - schön und leicht fürs Baby

Etwas ganz Besonderes ist mir an dem Buch „Stricken – schön und leicht fürs Baby“ aufgefallen, als ich es zum ersten Mal in der Hand gehabt habe: Es strahlt Ruhe aus.
Es hört sich im ersten Moment vielleicht komisch an, ist aber so. Babystrick ist oftmals sehr bunt, sehr verspielt und auffällig. Ganz das Gegenteil davon ist dieses Buch der Designerin Erika Knight. Edle Materialien, schlichte, aber feine und klassische Strickmuster (vielleicht schon ein wenig vintage) und ein durchgängiges, schönes Design machen mir sehr viel Freude, allein schon beim Durchblättern des Buches. Alles passt zusammen und ergibt eine sehr schöne Grundausstattung für die ersten Monate in leisen (Farb-)Tönen und aus feinsten Garnen, die man aber selbstverständlich auch gegen andere ersetzen kann.

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Ob ein Set aus Babyschuhen, Pullover und Leggings aus feinem Kaschmir, oder eine Babydecke und -kissen, ob Teddy oder Wickeljäckchen, es gibt insgesamt 18 Anleitungen für die Altersgruppe 0-9 Monate. Dazu viel Grundlegendes wie Technik und Maschenproben, Garnwahl oder Größentabellen auf zusammen 151 Seiten. Die Strickanleitungen sind in diesem Buch in schriftlicher Form, das heißt, alles ist ausgeschrieben und es gibt keine Strickschriften.

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Erika Knight ist eine der bekanntesten englischen Textildesignerinnen. Ihren Schwerpunkt hat sie auf Strickkleidung und alles rund um die Nadeln gelegt, arbeitet dabei erfolgreich als Autorin und entwickelt ökologisch verträgliche Wollkollektionen. Ihre Liebe zu Garnen und schönem Strick spiegelt sich im Buch und den sorgsam zusammengetragenen Anleitungen wieder.

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Natürlich ist und bleibt das Schlichte und Feine in diesem Buch Geschmackssache, aber ich finde, es ist sein Geld auf jeden Fall wert und es enthält wunderschöne und gar nicht schwere Anleitungen mit viel Charme und ist auch für Anfänger geeignet. Wenn auch im Babyalltag sicher meist die fröhlichen Farben das Rennen machen, so gibt es doch viele tolle Anlässe, wo man die Kleinen etwas feiner und edler einkleiden möchte. Und eins sind diese Anleitungen ganz gewiss: zeitlos und auf das wirklich Wesentliche reduziert. „Stricken schön und leicht fürs Baby“ bekommt bei mir ganz klar einen Daumen nach oben!

Stricken – schön und leicht fürs Baby – Erika Knight
Verlag Freies Geistesleben, April 2013
Gebundene Ausgabe: 151 Seiten, 19.90 €
ISBN 978-3-7725-2731-9

Fotos: © Freies Geistesleben

Fersensocken – Nichts für mich…

Als ich die Neuerscheinung im Christophorus Verlag „Die Fersensocke“ entdeckt habe, war mein Interesse groß. Socken stricke ich sehr gerne und warum nicht mal eine völlig neue Methode probieren. Normalerweise stricke ich fast ausschließlich die Bumerang-Ferse, ganz selten mal die klassische Käppchen-Ferse. Und immer schön vom Bündchen zu den Zehen. Eine Socke an der Ferse zu beginnen, hörte sich auf jeden Fall spannend an und ich habe sofort losgelegt.

OZ6277_U1U4_SC_CS4.inddDer Ansatz ist, die Socken von einem Punkt hinten an der Ferse aus immer nur in Runden rechts zu Stricken. Anschließend strickt man kurz gesagt erst weiter in Richtung Spitze, dann in die andere Richtung den Schaft. Man muss lediglich ein paar Maschen auf dem Oberfuß aufnehmen. Kein Hin und Her, keine verkürzten Reihen. Beschrieben und bebildert ist die Methode sehr gut, Anfängertauglich ist das aber nur bedingt. Der Anfang ist ein ziemliches Nadelgewusel, logisch bei acht Maschen und vier Nadeln. Zudem muss man rechts und links geneigte Zunahmen stricken. Diese werden nicht aus dem Querfaden genommen, sondern aus der jeweils darunter liegenden Masche. So habe ich es noch nie gemacht, es geht aber fast ein bisschen besser, finde ich. Wenn man erstmal einige Reihen mit Zunahmen gemacht hat, wird das Stricken mit dem Nadelspiel einfach.
Aber als ich wie beschrieben den Spann gestrickt hatte und in Richtung Spitze unterwegs war, merkte ich schon, das sieht nicht gut aus und vor allem: Das passt nicht! Es war für mich viel zu eng und spannte nicht wenig. Zusammen mit dem Knubbel an der Ferse, der beim Aufnehmen der acht Maschen und dem Vernähen des Fadens entstanden ist und der doch langen und auffälligen Zunahme an den Seiten hat es für mich ein Bild ergeben, über das ich nicht besonders glücklich war. Die doch eher ungewohnte Passform ist nichts für meine Füße. Gut sitzende Socken sind für mich das A und O. Alles andere rächt sich spätestens im Schuh. Die lange Ferse passt im unteren Teil, oberhalb wirft sie allerdings Falten. Dort ist zuviel Weite. Und das alles möchte ich ungerne beim Tragen in den Schuhen spüren.

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Fazit: Man muss das Rad die Socke nicht unbedingt neu erfinden, und wenn, dann bitte etwas ausgereifter, als es in diesem Büchlein passiert ist. Meine Wolle ist mir dafür zu schade, so dass ich meine halbfertige Socke schnell wieder aufgeribbelt habe. Stricken soll schließlich glücklich machen und keinen Frust erzeugen!

© Christophorus Verlag GmbH, Freiburg 2013
ISBN 978-3841062772
Umfang: 32 Seiten
Preis: 8,99 Euro

Aus dem Bücherregal: Farbe bekennen – Stricken mit Noro-Garnen

„Etwas mit der Hand fertigen heißt, es mit Liebe zu machen“ – Eisaku Noro

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Die ungewöhnlichen Noro Garne aus Japan verlangen nach ganz besonderen Anleitungen, denn nur so werden sie zu kleinen Strickkunstwerken. Das Buch „Farbe bekennen – Stricken mit Noro-Garnen“ bietet 28 Modelle aus den verschiedenen Noro-Garnen mit ausführlichen Anleitungen und Fotos zu jedem Strickprojekt. Die Bandbreite der Anleitungen im Buch ist groß. Von kleinen Accessoires wie Mützen, Handschuhen, Socken und Schals über Pullover, Jacken und Westen bis zu großen Projekten wie Decken, die allesamt mit Farben und Mustern spielen, gibt es viel zu entdecken. Anfänger können hier viele schöne Anleitungen finden, aber auch Fortgeschrittene kommen auf ihre Kosten. Ob glatt rechts und links, Filzen, Jacquardmuster, Zöpfe oder Entrelac: Wer Spaß an ungewöhnlicher Optik und Farben hat, wird an dem Buch seine Freude haben.

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Der Noro-Klassiker, und auch mein Favorit, ist natürlich der Schal mit Zickzackmuster, bei dem zwei verschiedene Farben Kureyon-Garn abwechelnd zu einem farbenfrohen Zacken-Muster verstrickt werden. Eine gewisse Liebe zu Noro Garnen ist allerdings Voraussetzung. Sie haben eben auch zwei Seiten. Zum einen ist es dieser einmalige Farbenrausch, diese Lebendigkeit und diese Einzigartigkeit der fertigen Strickstücke. Sie werden in Japan aus hochwertigsten Materialien menschen- und umweltfreundlich hergestellt und das überwiegend in Handarbeit. Zum anderen ist da eben auch das mitunter etwas störrische Strickverhalten und die auch recht oft vorkommen Knötchen im Garn. Die Kureyon ist ein gutes Beispiel dafür. Ich habe noch nie reine Wolle selbst versponnen, aber genau so stelle ich mir das Ergebnis vor: Etwas rau, nicht ganz gleichmäßig und mitunter störrisch, aber einfach einmalig. Ein leuchtendes Stück Natur.

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Für mich sind es eher die kleinen Teile im Buch, die mein Interesse wecken. Mützen, Schals und vielleicht auch Socken. Auch die gefilzte Tasche, das Kissen und die Decken sind interessant gemacht. Pullover oder eine Tunika mit Rollkragen in Noro Kureyon könnte ich mir allerdings nicht vorstellen, was aber weder an der Anleitung (die sind schön!) noch an den kräftigen Farben liegt. Eher ist der Preis ein Hindernis. Aber mir wäre schlicht und ergreifend die Wolle dafür zu kratzig. Zum Glück gibt es bei Noro Garnen ja nicht nur die aus reiner Wolle, sondern auch Garne mit edlen Beimischungen wie Seide, Kashmir und Angora. Diese würde ich gerne im Laufe der Zeit testen und auch mit einigen der schönen Anleitungen aus dem durchaus empfehlenswerten Noro-Buch. 

Farbe bekennen: Stricken mit Noro-Garnen

© Christophorus Verlag GmbH, Freiburg 2013
ISBN 978-3-8410-6221-5
Umfang: 128 Seiten | 21,5 x 25,4 cm | Hardcover
Preis: 19,90 Euro

Aus dem Bücherregal: Mützen und Handschuhe von Welt

Bisher hat der Winter ja noch einen weiten Bogen um uns gemacht und mit ungewöhnlich lauen Temperaturen überrascht. Aber lange lässt er nun wohl nicht mehr auf sich warten. Trotzdem ist noch Zeit genug, sich mit schönen Mützen und Handschuhen einzudecken, denn der Schnee und die Kälte kommen ganz sicher noch.

Mützen & Handschuhe von Welt

Ein tolles Buch zum Thema Stricken und Winter möchte ich heute gerne vorstellen. Passend zum Buch „Schals von Welt“ gibt es einen weiteren Band von LV-Buch: „Mützen und Handschuhe von Welt“ im selben Design. Strickdesignerin und Autorin Donna Druchunas entführt in ihrer Einleitung weit über das Mittelalter hinaus in die Geschichte von gestrickten Mützen und Handschuhen. Spannend fand ich, dass es im 16. Jahrhundert sogar Berufsstricker gegeben hat, die unglaubliche fünf Lehrjahre vorweisen mussten, um anschließend die perfekten Fingerhandschuhe stricken zu dürfen.

Eine ganz so lange Erfahrung muss man für das Stricken der 34 Modelle im Buch natürlich nicht vorweisen. Die 13 Designerinnen haben jede für sich jeweils eine Mütze und ein Paar Handschuhe in landestypischen Designs, Techniken und Mustern entworfen und nehmen den Leser mit auf eine wollige Weltreise von West nach Ost. Dank der Anleitungen mit ausführlichen Strickschriften sind diese verständlich und gut nachzustricken. Das Buch richtet sich allerdings eher an geübtere Strickerinnen und Stricker. Die zum Teil aufwendigen Strick- und Farbmuster sowie das Stricken von verkürzten Reihen verlangen doch nach ein wenig mehr Erfahrung. Aber sollte das Stricken nicht immer auch eine kleine Herausforderung sein? Der Einblick in die verschiedenen Stricktechniken ist auf jeden Fall interessant und die vielen farbenfrohen Modelle bringen bunte Farbklekse ins dunkle Wintergrau.

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Von mir gibt es ein „Daumen hoch“ für das Buch. Wenn auch nicht alles genau mein Stil ist, so finde ich eine ganze Menge mehr Anleitungen, die ich gerne ausprobieren möchte, als es in anderen Strickbüchern oft genug der Fall ist. Die rund 18 Euro sind für das Buch und die 164 Seiten darin eine gute Investition. Mützen und Handschuhe kann man, wie auch Schals und Tücher, einfach nie genug haben.

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Alle Fotos: © Sue Flanders, Janine Kosel/LV-Buch

Handschuhe und Mützen von Welt
34 Strickmodelle inspiriert von der Vielfalt der Kulturen,
Münster (LV‐Buch), 2013, 164 S., Hardcover, ISBN: 978‐3‐7843‐5228‐2, 17,95 € (D)

Aus dem Bücherregal: Schals von Welt

Wie jedes Jahr erinnert mich der erste leichte Frost daran, dass es allerhöchste Zeit wird, die warme Winterkleidung mit ein oder zwei neuen Schals aufzupeppen und auch schleunigst an Weihnachten und selbstgestrickte Geschenke für die Liebsten zu denken. Mein Bücherregal ist glücklicherweise gerade um ein neues Strickbuch gewachsen: „Schals von Welt. 23 Strickmodelle inspiriert von der Vielfalt der Kulturen“ (LV-Buch). Die durchaus interessante Einführung ins Buch von Donna Druchunas führt den interessierten Leser weit zurück in die Geschichte dieses warmen und schmückenden Strick-Accessoires. Wer ahnt schon, dass der erste gestrickte Schal von einem Mann im Jahre 1783 genadelt wurde und er am Ende daran gestorben ist?

Schals von Welt © Sue Flanders, Janine Kosel/LV-Buch

Die 19 fast ausschließlich amerikanischen Designerinnen leisten ihren ganz persönlichen (Strick-)Beitrag zu einer kleinen Reise rund um die Welt und durch die verschiedenen Strickkulturen mit ihren vielfältigen Muster, Farben und Techniken. Die Inspirationen für die Schals stammen aus verschiedenen Ländern Europas, in denen Stricken eine lange Tradition hat, aber auch aus Asien und Amerika. Neben sehr übersichtlichen, teils mehrseitigen Anleitungen mit Strickmuster- und Farbschriften, die auch für weniger geübte Strickerinnen und Stricker leicht nachzuvollziehen sind, gibt es jeweils auch einige stimmige Fotos des fertigen Strickstücks.

Schals von Welt © Sue Flanders, Janine Kosel/LV-Buch

Ob ein filigraner Spitzenschal aus Island, ein finnischer Doubleface-Schal,  etwas keltisch-gezopftes mit Filzblumen oder ein kleingemusterter Fair-Isle-Schal, die Designs sind im Großen und Ganzen für eher fortgeschrittene Stickerinnen und Stricker gemacht und vor allem Muster-Liebhaber finden hier viele neue Anregungen und Techniken. Für ganz unerfahrene Anfängerinnen und Anfänger ist das Buch etwas weniger geeignet, obwohl zum Beispiel ein Möbius oder der Zopfschal dank der guten Anleitungen sicher zu schaffen sind. Eine Herausforderung bleiben einige der Schals sicher, dafür hat man aber hinterher wunderschöne Exemplare, die nicht nur warm halten. Und mit den vielen Anregungen ist es auch einfach, etwas Neues und Eigenes zu probieren.

Schals von Welt © Sue Flanders, Janine Kosel/LV-Buch

Mein Favorit im Buch ist der Europäische Schlauchschal aus dem Baltikum. Das ist, einfach beschrieben, ein überdimensionierter Loop, der um die Schultern gelegt wird und wie ein Poncho wärmt. Etwas zu groß für meine kleine Person, aber das Muster gefällt mir total und ich denke, in einem schönen Alpaka-Garn und als weniger breiter Loop-Schal wird er ganz wunderbar aussehen!

Schals von Welt © Sue Flanders, Janine Kosel/LV-Buch

Schals von Welt
LV-Buch 2012, 164 Seiten, Hardcover, 17,95 Euro, ISBN 978-3-7843-5194-0,
Fotos: © Sue Flanders, Janine Kosel/LV-Buch