Die verstrickte Dienstagsfrage 40/2014

die verstrickte dienstagsfrage

Das Wollschaf fragt heute:

Wieder einmal beschwört ein abwertender Artikel über handarbeitende Frauen einen Shitstorm in Netz herauf. Was denkst Du? Warum fühlen sich so viele Frauen sofort angegriffen und gehen in den Verteidigungsmodus, sobald jemand abwertend über Handarbeiten schreibt? Mangelt es der handarbeitenden Frauenwelt vielleicht einfach nur an dem Selbstbewusstsein, über solches Geschreibsel mit einem milden Lächeln hinwegzusehen?

Solche Provokationen gegen mein Hobby regen mich nicht auf. Der eine sieht es so, der nächste eben anders. Über mein Hobby und dessen Stellenwert in der Welt urteile nur ich, sonst niemand. Wenn die Autorin Handarbeiten hasst und provozieren möchten, soll sie doch. Es ist ihr Recht. Es muss sich niemand provozieren lassen. Es wird ja zum Glück auch niemand gezwungen, Dinge zu tun, die er nicht mag – also meist zumindest nicht ;-) Wir leben eben in einer Gesellschaft, in der Informationen im Überfluss und zu jedem erdenklichen Thema auf einen einströmen, ob man sie hören und lesen will oder nicht. Aber der Filter liegt bei einem selbst. Und da hilft nur eins: Einfach nur das machen, was einen wirklich aus ganzem Herzen interessiert und glücklich macht, und die anderen machen lassen, was sie mögen.

Aber es geht uns ja nicht nur ums Glück und das Handarbeiten. Das wäre viel zu eng gesteckt. Es geht doch eigentlich um viel mehr. Und es geht um Wichtiges. Nämlich um ein Umdenken. Um ein neues Bewusstsein. Darum, die Dinge wieder, im wahresten Sinne des Wortes, selbst in die Hand zu nehmen und eigenständig herstellen zu können. Nicht mehr alles nur stumpf und ohne nachzudenken aus Billiglohnländern unter fragwürdigen Herstellungsbedingungen zu konsumieren. Wir wollen sehen, woher unser Material kommt, wie es hergestellt wird, es mit eigenen Händen verarbeiten und mit dem Bewusstsein fertigstellen, dass man damit neben Freude und Erfüllung auch ein klein wenig mehr Freiheit, Selbstbestimmung und Unabhängigkeit erreicht. Das fängt im ganz Kleinen an und kann zu etwas sehr Großem werden. Für einen persönlich und für die Gesellschaft.

Und eins kann unser Hobby doch ganz sicher: Uns ein zufriedenes Lächeln ins Gesicht zaubern. Und Lächeln ist die eleganteste Art, seinen Gegnern die Zähne zu zeigen.
Keep calm – and carry on!

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2 Gedanken zu “Die verstrickte Dienstagsfrage 40/2014

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