Fersensocken – Nichts für mich…

Als ich die Neuerscheinung im Christophorus Verlag „Die Fersensocke“ entdeckt habe, war mein Interesse groß. Socken stricke ich sehr gerne und warum nicht mal eine völlig neue Methode probieren. Normalerweise stricke ich fast ausschließlich die Bumerang-Ferse, ganz selten mal die klassische Käppchen-Ferse. Und immer schön vom Bündchen zu den Zehen. Eine Socke an der Ferse zu beginnen, hörte sich auf jeden Fall spannend an und ich habe sofort losgelegt.

OZ6277_U1U4_SC_CS4.inddDer Ansatz ist, die Socken von einem Punkt hinten an der Ferse aus immer nur in Runden rechts zu Stricken. Anschließend strickt man kurz gesagt erst weiter in Richtung Spitze, dann in die andere Richtung den Schaft. Man muss lediglich ein paar Maschen auf dem Oberfuß aufnehmen. Kein Hin und Her, keine verkürzten Reihen. Beschrieben und bebildert ist die Methode sehr gut, Anfängertauglich ist das aber nur bedingt. Der Anfang ist ein ziemliches Nadelgewusel, logisch bei acht Maschen und vier Nadeln. Zudem muss man rechts und links geneigte Zunahmen stricken. Diese werden nicht aus dem Querfaden genommen, sondern aus der jeweils darunter liegenden Masche. So habe ich es noch nie gemacht, es geht aber fast ein bisschen besser, finde ich. Wenn man erstmal einige Reihen mit Zunahmen gemacht hat, wird das Stricken mit dem Nadelspiel einfach.
Aber als ich wie beschrieben den Spann gestrickt hatte und in Richtung Spitze unterwegs war, merkte ich schon, das sieht nicht gut aus und vor allem: Das passt nicht! Es war für mich viel zu eng und spannte nicht wenig. Zusammen mit dem Knubbel an der Ferse, der beim Aufnehmen der acht Maschen und dem Vernähen des Fadens entstanden ist und der doch langen und auffälligen Zunahme an den Seiten hat es für mich ein Bild ergeben, über das ich nicht besonders glücklich war. Die doch eher ungewohnte Passform ist nichts für meine Füße. Gut sitzende Socken sind für mich das A und O. Alles andere rächt sich spätestens im Schuh. Die lange Ferse passt im unteren Teil, oberhalb wirft sie allerdings Falten. Dort ist zuviel Weite. Und das alles möchte ich ungerne beim Tragen in den Schuhen spüren.

fersensocken

Fazit: Man muss das Rad die Socke nicht unbedingt neu erfinden, und wenn, dann bitte etwas ausgereifter, als es in diesem Büchlein passiert ist. Meine Wolle ist mir dafür zu schade, so dass ich meine halbfertige Socke schnell wieder aufgeribbelt habe. Stricken soll schließlich glücklich machen und keinen Frust erzeugen!

© Christophorus Verlag GmbH, Freiburg 2013
ISBN 978-3841062772
Umfang: 32 Seiten
Preis: 8,99 Euro

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7 Gedanken zu “Fersensocken – Nichts für mich…

  1. js_readsandwrites schreibt:

    Du hast recht, die Wolle ist wirklich zu schön um in einem nicht tragbaren Paar Socken zu verschwinden ;-)
    Was sind das eigentlich für Nadeln, Holz/Kunststoff mit Metallspitze? Ich mag nämlich lieber die Nadeln aus nicht metallischem Material für Nadelspiele, brauch allerdings für meine Socken 2,0 Nadeln, da ich eher locker stricke.

  2. Anyusha schreibt:

    Das sind Knit Pro Karbons Nadeln mit 15 cm Länge. Meine Lieblingsnadeln, wenn ich ein Nadelspiel nutze. Metall mag ich auch nicht. Holz habe ich mir schon in der Tasche zerbrochen Diese sind, glaube ich, unkaputtbar. Etwas teurer, aber jeden Cent wert!

  3. Linda schreibt:

    Danke fürs Teststricken und das Vorstellen des Buchs Und schade, dass die Methode keine gute Passform erzeugt. Nur über Zunahmen eine gut sitzende Ferse zu bekommen, wäre schon schick…
    lg und alles Gute für Deinen Blog
    Linda (bislang ganz ruhige Mitleserin)

    • Anyusha schreibt:

      Hallo Linda, ich fand es auch interessant und schade, dass es noch nicht gut funktioniert. Aber ich denke, dass muss einfach noch ein wenig überarbeitet werden, dann könnte das was werden.
      Und ich freue mich auch über ganz ruhige Mitleserinnen :-)

  4. Carola Gallaschik schreibt:

    Hallo Anyusha,ich stricke schon lange und alles Mögliche.Nur die Socken hab ich bislang immer von meiner Mutti bekommen.Leider wird das ja irgendwann nicht mehr so sein und deshalb hatte ich gedacht,mit den Fersensocken hätte ich was für mich entdeckt.Nach Deiner Schilderung werd ich wohl doch lieber die klassische Methode erlernen,denn,da muss ich Dir recht geben,schlecht sitzende Socken sind ziemlich nervig.Danke fürs Ausprobieren.Lieben Gruß von Caro

    • Anyusha schreibt:

      Hallo Caro! Socken stricken ist keine Hexerei, im Gegenteil. Es ist, wenn man es einmal raus hat, nicht schwer und durch die vielen tollen Muster, die man stricken kann, auch einfach immer wieder auf’s Neue spannend. Ich glaube, die klassische Ferse mit Maschen aufnehmen und die Bumerang-Ferse (Jojo-Ferse) sind die beiden gebräuchlichsten und da musst Du einfach probieren, wie Du lieber arbeiten magst. Beide Anleitungen findest Du überall im Internet. Ich wünsche Dir ganz viel Spaß!

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